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Distanzlernen: Leistungen beurteilen - Möglichkeiten nutzen

Die Zweite Verordnung zur befristeten Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 SchulG vom 2. Oktober 2020 (BASS 12-05 Nr. 10) stellt einen deutlichen, derzeit noch befristeten, Paradigmenwechsel im nordrhein-westfälischen Schulsystem dar. Denn dort wird erstmalig das Distanzlernen dem Präsenzunterricht fast gleichgesetzt. Es soll im Umfang dem Präsenzunterricht entsprechen, die Teilnahme ist verpflichtend, die Lerninhalte sind relevant für Lernerfolgskontrollen und die erbrachten Leistungen können in die Leistungsbeurteilung mit einbezogen werden. Lediglich Leistungsüberprüfungen wie Klausuren und Klassenarbeiten bleiben noch den Präsenzphasen vorbehalten.

Bis zum 30. Januar 2021 ist der Präsenzunterricht ausgesetzt - Distanzlernen ist das Gebot der Stunde.

© pixabay.com

 

Handreichung gibt Hinweise

Es stellt sich nun die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, insbesondere die Leistungserstellung und -beurteilung im Distanzlernen konkret umzusetzen.

Für digitale mündliche und schriftliche Leistungen gibt die Handreichung für die lernförderliche Verknüpfung von
Präsenz- und Distanzunterricht des Ministeriums für Schule und Bildung NRW auf Seite 12 zwar Hinweise, in welchen Formaten mündliche und schriftliche Leistungen beim Distanzlernen erbracht werden können.

Leider bleibt offen, welche Ausstattung und welche Medi- enkompetenzen bei Lernenden und Lehrkräften vorhan- den sein müssen, um dies umzusetzen.

Dies soll hier ergänzt werden.

 

Leistungskriterium 1:
Teilnahme und Mitarbeit am Distanzlernen

Da die Teilnahme am Distanzlernen nun verpflichtend ist, kann die Teilnahme und die Mitarbeit genau wie im Präsenzunterricht in die Leistungsbewertung einbezogen werden. Dies bedeutet, dass die

  • Teilnahme an Videokonferenzen und Klassenchats,
  • Vollständigkeit und Pünktlichkeit der Abgabe der Aufgaben und
  • die Nutzung von Online-Übungsmaterialien wie interaktiven Übungen bei learningapps.org

mit in die Bewertung der sonstigen Leistungen einbezogen werden können.

 

Leistungskriterium 2:
Ergebnisse von Online-Tests

Auch wenn die Leistungsüberprüfungen laut Erlass in der Regel im Präsenzunterricht stattfinden sollen, bieten einige digitale Plattformen die Möglichkeit, Online-Tests durchzuführen.

Zwar kann auf diese Weise keine vollständige Klassenarbeit ersetzt werden, aber zumindest Wissensabfragen von Lerninhalten wie etwa Vokabeln lassen sich durchaus online abfragen.

Auf diese Weise können Leistungsanreize für Lernende auch online zur Verfügung gestellt werden. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie digital ausgewertet werden und damit das Ergebnis unmittelbar nach Beendigung des Tests und ohne Korrekturaufwand zur Verfügung steht.

An dieser Stelle ist vor allem das digitale Quiztool Socrative zu nennen, mit dessen Hilfe sehr einfach Online-Lernkontrollen in Form von Multiple-Choice-Fragen, Wahr/Falsch- Fragen und kurzen freien Antworten erstellt, durchgeführt und ausgewertet werden können.

Da das Tool für die Nutzung im Klassenraum gedacht ist, erfordert eine Abfrage auf Distanz, dass ein genauer Zeitpunkt festgelegt wird, an dem der Test durchgeführt wird, zu dem sich die Schüler*innen anmelden und die Lehrkraft den Test starten kann.

Aber auch die Lernpattform Moodle, auf der LOGINEO NRW LMS beruht, bietet die Möglichkeit, Online-Tests zu erstellen.

Im Vergleich zu Socrative bietet Moodle die Möglichkeit, einen Zeitraum festzulegen, in dem der Test absolviert werden kann, und die Zeitdauer einzustellen, die den Teilnehmern für die Durchführung des Testes zur Verfügung steht. Als weiterer Vorteil kommt hinzu, dass die Nutzung innerhalb von LOGINEO NRW LMS datenschutzrechtlich unbedenklich ist.

 

 

Leistungskriterium 3:
mündlliche Leistungen

Für die Beurteilung der mündlichen Leistungen kommen neben der Beteiligung in Videokonferenzen und/oder Chats auch die Erstellung von Audio- und Videodateien und die Durchführung eines Online-Interviews in Frage.

Als Ausstattung dafür ist in aller Regel ein Smartphone ausreichend, über das die allermeisten Schüler*innen verfügen, auch wenn ihnen ansonsten kein digitales Endgerät zur Verfügung gestellt werden kann. Alle mobilen Endgeräte verfügen standardmäßig über die Software, die zur Erstellung von Sprach- und Videoaufnahmen notwendig ist.

Da Audio- und Videodateien sehr groß sein können, ist es vorteilhaft, wenn Dateien in ein Lernmanagmentsystem wie LOGINEO NRW LMS vom Lernenden hochgeladen und von der Lehrkraft abgerufen werden können.Alternativ können sie auch über Messenger-Dienste (z.B. LOGINEO NRW Messenger) versendet werden.

Für Online-Interviews zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen bieten sich Videokonferenz-Plattformen, Internet-Telefonie über Skype und Messenger-Dienste an.

Sollten die Schüler*innen noch nicht die Medienkompe- tenzen besitzen um Sprachaufnahmen oder Erklärvideos zu erstellen, bietet die Plattform „Lernbox“ des Landesmedienzentrums online-Hilfestellung.

 

 

Leistungskriterium 4:
schriftliche Leistungen

Auch wenn die Erbringung schriftlicher Leistungen wie Klausuren und Klassenarbeiten aus gutem Grund dem Prä- senzunterricht vorbehalten bleibt, stehen für die Erbringung schriftlicher Leistungen vielfältige Formate zur Verfügung.

Sollen diese über die Erstellung von Textdateien und PowerPoint-Präsentationen hinausgehen, sind teilweise Zusatzsoftware und fortgeschrittenere Medienkompetenzen bei Lernenden und Lehrkräften erforderlich.

Sie sind in der Tabelle (unten) zusammengefasst.

Wegen der Vielzahl der Anwendungen ist es sinnvoll, dass sich Fach- und Lehrerkonferenzen auf die Nutzung einiger weniger Anwendungen verständigen, um sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte nicht völlig zu überfordern. Andernfalls ist es kaum möglich, den Überblick über die große Anzahl der Möglichkeiten zu behalten.

Bei allen schriftlichen Arbeiten, die nicht kollaborativ als Gruppenarbeit und nicht in der Schule erstellt wurden, stellt sich immer die Frage nach der Eigenständigkeit der Leistung. Es kann daher sinnvoll sein, die Ergebnisse in einer mündlichen Präsentation im Online-Interview oder in der Videokonferenz vorstellen oder erklären zu lassen.

 

Quelle: https://job-futuromat.iab.de/ Stand 07.12.2019

 

Ausblick

Insgesamt zeigen die obigen Ausführungen, dass die Leistungserstellung und die Leistungsermittlung beim Distanzlernen sehr vielseitig gestaltet werden kann und sich nicht auf das Hochladen und Korrigieren von Arbeitsblättern, Textdokumenten und Präsentationen beschränken muss. Die Möglichkeiten können außerdem dazu beitragen, die Medienkompetenzen von Schüler*innen und Unterrichtenden zu erweitern.

 

Die Autorin

Dr. Dorothee Pietzko ist Schulleiterin des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Düsseldorf

 

 


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